Versicherung und Leichenfundortreinigung
Diese Policen helfen bei den Kosten
Die Hausratversicherung des Verstorbenen übernimmt die Reinigungskosten in vielen Tarifen. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters kann für Gebäudeschäden aufkommen. Die Privathaftpflicht greift bei natürlichem Tod in der Regel nicht. Welche Police wann hilft und wie Sie vorgehen, erfahren Sie hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Hausratversicherung des Verstorbenen: Übernimmt in vielen Tarifen die Reinigungskosten. Gilt bis zu 2 Monate nach dem Tod weiter.
- Wohngebäudeversicherung des Vermieters: Deckt Gebäudeschäden (durchdrungener Estrich, beschädigte Wände). Nicht die Reinigung selbst.
- Privathaftpflicht: Greift bei natürlichem Tod nicht. Kein Haftungsfall, kein Versicherungsfall.
- Sterbegeldversicherung: Zahlt nur für die Bestattung, nicht für Reinigung oder Wohnungssanierung.
- Vor Beauftragung: Versicherung kontaktieren und Kostenvoranschlag vorlegen. Erst nach Zusage beauftragen.
- Wir erstellen kostenlose Kostenvoranschläge, die Sie direkt bei Ihrer Versicherung einreichen können.
Hausratversicherung: Die wichtigste Police
Die Hausratversicherung des Verstorbenen ist in den meisten Fällen die relevanteste Versicherung. Viele neuere Tarife enthalten eine Klausel zur Übernahme von Reinigungskosten nach einem Todesfall in der versicherten Wohnung.
Was die Hausratversicherung typischerweise abdeckt
- Reinigung und Desinfektion der Wohnung
- Geruchsneutralisation (Ozonbehandlung)
- Entsorgung kontaminierter Hausratgegenstände
- In einigen Tarifen: Schädlingsbekämpfung
Was nicht abgedeckt ist
- Schäden am Gebäude selbst (Estrich, Wände, Decken)
- Wohnungsauflösung und Entrümpelung
- Mietausfall des Vermieters
Wichtig: Die Hausratversicherung des Verstorbenen läuft bis zu 2 Monate nach dem Tod weiter (§ 10 VVG). In dieser Zeit können Ansprüche geltend gemacht werden. Danach erlischt der Versicherungsschutz.
Prüfen Sie die Police oder rufen Sie direkt bei der Versicherung an. Nicht alle Tarife enthalten die Reinigungsklausel. Ältere Verträge schließen sie häufig aus.
Wohngebäudeversicherung: Für Vermieter relevant
Die Wohngebäudeversicherung ist die Versicherung des Gebäudeeigentümers, also in der Regel des Vermieters. Sie deckt Schäden am Gebäude selbst ab.
Wann die Wohngebäudeversicherung zahlt
- Durchdrungener Estrich: Wenn Körperflüssigkeiten den Estrich beschädigt haben und er ausgetauscht werden muss
- Beschädigte Wände: Wenn Putz oder Mauerwerk kontaminiert ist und erneuert werden muss
- Beschädigte Bodenbeläge: Wenn der Vermieter fest verlegte Böden (Fliesen, Parkett) gestellt hat
Die Reinigung selbst ist über die Wohngebäudeversicherung meist nicht abgedeckt. Sie greift erst, wenn bauliche Substanz beschädigt ist.
Für Vermieter: Melden Sie den Schaden frühzeitig bei Ihrer Wohngebäudeversicherung. Dokumentieren Sie den Zustand der Wohnung mit Fotos, bevor die Reinigung beginnt. Die Versicherung schickt in manchen Fällen einen Gutachter.
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Privathaftpflicht und Sterbegeldversicherung
Zwei Versicherungen, die oft fälschlich als hilfreich vermutet werden:
Privathaftpflichtversicherung
Die Privathaftpflicht des Verstorbenen greift bei einem natürlichen Todesfall nicht. Der Grund: Sterben ist kein schuldhaftes Verhalten. Es liegt kein Haftungsfall vor, also zahlt die Haftpflichtversicherung nicht.
Eine Ausnahme wäre theoretisch denkbar, wenn der Tod auf grob fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten zurückzuführen ist. In der Praxis ist dies bei natürlichem Tod oder auch Suizid nicht der Fall.
Sterbegeldversicherung
Die Sterbegeldversicherung zahlt einen festen Betrag (typisch 5.000 bis 15.000 Euro) ausschließlich für Bestattungskosten. Reinigung, Desinfektion oder Wohnungssanierung sind nicht eingeschlossen.
Das gesetzliche Sterbegeld wurde 2004 abgeschafft. Es existieren nur noch private Sterbegeldversicherungen und Altverträge der Krankenkassen.
Sonstige Versicherungen
- Rechtsschutzversicherung: Hilft bei Streitigkeiten über die Kostentragung (Erben vs. Vermieter). Nicht für die Reinigung selbst.
- Unfallversicherung: Zahlt bei Tod durch Unfall eine Summe an Begünstigte. Nicht zweckgebunden, kann also für Reinigung genutzt werden.
So gehen Sie vor: Schritt für Schritt
Damit die Versicherung die Kosten übernimmt, müssen Sie richtig vorgehen. Fehler in der Abwicklung können zur Ablehnung führen.
- Police suchen und prüfen: Finden Sie die Hausratversicherung des Verstorbenen. Prüfen Sie, ob eine Reinigungsklausel enthalten ist. Im Zweifel rufen Sie die Versicherung an.
- Schaden melden: Informieren Sie die Versicherung zeitnah über den Todesfall. Viele Versicherungen haben eine Meldefrist. Je früher, desto besser.
- Dokumentation: Fotografieren Sie den Zustand der Wohnung vor der Reinigung. Die Versicherung braucht Nachweise über das Ausmaß der Kontamination.
- Kostenvoranschlag einholen: Lassen Sie einen detaillierten Kostenvoranschlag erstellen und legen Sie diesen der Versicherung vor.
- Freigabe abwarten: Warten Sie die Zusage der Versicherung ab, bevor Sie den Auftrag erteilen. Bei dringenden Fällen (Gesundheitsgefährdung) dokumentieren Sie die Dringlichkeit schriftlich.
- Rechnung einreichen: Nach der Reinigung reichen Sie die Rechnung mit Fotodokumentation und Desinfektionszertifikat bei der Versicherung ein.
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Häufige Fragen zu Versicherungen bei Leichenfundortreinigung
Zahlt die Hausratversicherung die Leichenfundortreinigung?
In vielen neueren Tarifen ja. Die Hausratversicherung des Verstorbenen enthält häufig eine Klausel zur Übernahme von Reinigungskosten nach einem Todesfall. Prüfen Sie die Police oder kontaktieren Sie die Versicherung direkt. Ältere Verträge schließen die Leistung oft aus.
Muss ich vor der Reinigung die Versicherung kontaktieren?
Ja, unbedingt. Melden Sie den Schaden und legen Sie den Kostenvoranschlag vor, bevor Sie den Auftrag erteilen. Eine nachträgliche Kostenübernahme ist schwieriger durchzusetzen. Bei akuter Gesundheitsgefährdung dokumentieren Sie die Dringlichkeit schriftlich.
Zahlt die Privathaftpflicht die Reinigungskosten?
Nein. Bei einem natürlichen Todesfall liegt kein Haftungsfall vor. Die Privathaftpflichtversicherung greift nur bei schuldhaft verursachten Schäden. Sterben ist kein schuldhaftes Verhalten.
Was deckt die Wohngebäudeversicherung ab?
Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters deckt Schäden am Gebäude: durchdrungener Estrich, beschädigte Wände, kontaminierter Putz. Die Reinigung selbst ist meist nicht eingeschlossen. Melden Sie den Schaden frühzeitig und dokumentieren Sie den Zustand mit Fotos.
Wie lange gilt die Hausratversicherung nach dem Tod?
Die Hausratversicherung des Verstorbenen läuft gemäß § 10 VVG bis zu 2 Monate nach dem Tod weiter. Innerhalb dieser Frist können Sie Ansprüche geltend machen. Danach erlischt der Versicherungsschutz automatisch.
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Quellen
- VVG (Versicherungsvertragsgesetz) - Obliegenheiten des Versicherungsnehmers
- GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) - Musterbedingungen Hausratversicherung
- GDV - Musterbedingungen Wohngebäudeversicherung
- § 1967 BGB - Erbenhaftung für Nachlassverbindlichkeiten
Über den Autor
Marco Nürnberger
Inhaber, Leichenfundortreinigung AST Nürnberger
Marco Nürnberger ist Inhaber von Leichenfundortreinigung AST Nürnberger mit Sitz in Riedstadt-Crumstadt. Sein Unternehmen ist auf die professionelle Reinigung, Desinfektion und Sanierung nach Todesfällen in Wohnungen spezialisiert. Als Fachbetrieb setzt AST Nürnberger ausschließlich geprüfte Verfahren und VAH-gelistete Desinfektionsmittel ein.
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Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine rechtliche Beratung. Leichenfundortreinigung AST Nürnberger bietet keine Rechtsberatung an. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt.